5 Gründe nach Santo Domingo auszuwandern und 5 Gründe dort nicht zu leben

4. Grund um nicht in Santo Domingo zu leben

Typische Probleme einer Großstadt, nur viel schlimmer

Was charakterisiert eine Großstadt in Lateinamerika aus?

  • Müll häuft sich, bzw. schlechte Müllreinigung
  • Lärm
  • Architektonisches Chaos
  • Unprofessionelle Abwasserleitungen
  • Betonwüste
  • Massenarmut
  • Mangel an Grünflächen

Man könnte argumentieren, dass diese typischen Charakteristika einer Großstadt in Lateinamerika völlig typischer Natur sind. Dem stimme ich natürlich zu. Aber was ich in Santo Domingo sehen durfte oder vielmehr musste, war der schlechteste Umgang mit all diesen großstädtischen Problemen.

Ich kann mir vorstellen, dass ein Besucher beim ersten Besuch einer solchen Stadt ziemlich geschockt wäre. Ein Land aus der 3. Welt hat so manche unangenehmen Überraschungen und Beispiele für die Besucher aus der westlichen Welt. Für mich persönlich war das Schocklevel nicht allzuhoch, da ich bereits in einigen anderen lateinamerikanischen Städten gewohnt habe. Irgendwann stumpft man halt bei den sich immer wiederholenden städtischen Problemen ein wenig ab.

Aber das was ich in Santo Domingo sehen durfte, hat selbst mich einige Wochen Überwindung und Anpassung abverlangt. So ganz werde ich mich wohl niemals an die Zustände in Santo Domingo gewöhnen können. Es geht wahrscheinlich eher darum, dass ich die Dominikaner und ihr rücksichtsloses Verhalten mit der Umwelt oder Emissionen so akzeptieren muss, wie es ist.

Santo Domingo ist da leider kein großer Unterschied zum Rest des Landes. Überall wird gelärmt, gesungen, gehupt, Musik aus den Lautsprecherboxen geballert und gebrüllt als wären es gefühlte 200 Dezibel. Wenn Du jemals einen ruhigen und beschaulichen Platz in Santo Domingo findest, lass es mich bitte wissen und teile Dein Insiderwissen mit mir 😀

Ein völlig anderes Verständnis, wie die Natur behandelt werden soll

Es gibt nahezu keine wirklich sauberen und ordentlichen Gegenden in Santo Domingo. Dazu mangelt es noch an…

  • einem übergeordneten Konzept, wie mit Müll umgegangen wird
  • Recyclingmethoden, Pfand auf Flaschen und anderen Gebrauchsgegenständen
  • ausreichend Mülltonnen

Stattdessen wird der Müll auf’s Land abtransportiert und dort verbrannt. Und ich habe in keiner lateinamerikanischen Stadt so viele angestellte Arbeiter bei der Stadt gesehen, die mit der Müllbeseitigung beschäftigt waren.

Dieser rücksichtslose Umgang mit der Umwelt bleibt den meisten Besuchern von Santo Domingo natürlich verborgen. Auch ich kenne wahrlich nicht alle Ecken und halte mich natürlich nicht in den übelsten Gegenden auf. Besonders schlimm ist aber die Gegend rund um den Malecon (Avenida George Washington), die insbesondere unter dem rücksichtslosen Verhalten der Dominkaner leidet.


DAS hast Du sicherlich nicht von den Stränden in der Dominikanischen Republik erwartet!

Hier mal aus der Nähe

Kein Flaschenpfand bedingt, dass die Dominikaner ihre Flaschen wirklich überall entsorgen

Das sind alles aber nur einige wenige Beispiele. Wenn ich jedes Mal ein solches Beispiel filmen oder fotografieren würde, bräuchte mein Telefon zusätzlichen Speicherplatz. Es kann aber gesagt werden, dass nahezu alle Wohnviertel in Santo Domingo unter den selben Problemen leiden.

Santo Domingo ist Großstadtsdschungel und Betonwüste in einem

Wenn ich Betonwüste schreibe, dann meine ich es auch tatsächlich so:


100% Beton – 0% Grün

Santo Domingo ist zu schnell gewachsen und dieses Wachstum hat einige Stadtviertel völlig fehlgeplant wachsen lassen. Sie sind nicht logisch zusammenhängend miteinander verbunden und einheitlich grau und staubig.

Im Vergleich zu der linearen und symmetrischen Bauweise der ‘Zona Colonial’ ist der Rest der Stadt das exakte Gegenteil. Völlig zugebaut, viel zu enge Straßenführungen und ein eklatanter Mangel an Grünflächen für die Bevölkerung.

Santo Domingos Ballungsraum ist eine Gebiet von ungefähr 427 Quadratkilometern. In diesem Großraumgebiet wohnen 3,6 Millionen Einwohner.

worldcapitalcities.com

Um diesen Ballungsraum einmal hervorzuheben dient die folgende Karte:


© citypopulation.de

Um den visuellen Eindruck zu beschreiben: Es gibt wesentlich zu viele Menschen auf viel zu wenig Raum. Es ist nahezu unmöglich, in Santo Domingo mal irgendwo alleine zu sein. Willst Du wissen, was die grünen, bzw. gelben Bereiche in Santo Domingo darstellen? Das alles sind Parks und Zoos. Niemand kann dort wohnen. Das ist der einzige Grund, warum diese Stellen auf der Karte verhältnismäßig unterbevölkert sind.

Als wäre das nicht schlimm genug, haben die dominikanischen Stadtarchitekten die verschiedenen Stadtteile nicht zusammenhängend miteinander geplant und unabhängig voneinander gestaltet. So als ob der rechte Architekt nicht weiß, was der linke konstruiert. Alles außerhalb der kolonialen Altstadt macht aus Sicht eines talentierten Stadtplaners vorne und hinten nicht im Geringsten auch nur irgendeinen Sinn.

Als Resultat dessen ist Santo Domingo von der Bevölkerung in alle Richtungen exponentiell gewachsen bei gleichzeitiger Vernachlässigung von wichtigen urbanen Bedürfnissen. Abwassersysteme, öffentliche Transportmittel, Müllbeseitigung sind auch nach Dekaden der Fehlplanung ein stetiges Thema in Santo Domingo.

Natürlich ist es nicht nur die Schuld der Stadtarchitekten. Korruption, Budgetmangel, miserable Politik der Entscheidungsträger und Migration, bzw. Landflucht in die städtischen Gebiete von Santo Domingo haben viele Leute dazu motiviert, ihre Unterkünfte selber zu konstruieren. Es ist also eher als Kollektivversagen der dominikanischen Bevölkerung rund um Santo Domingo zu verstehen, unter dem nun die ganze Stadt leidet.

Erwarte also nicht die typische farbenfrohe und begeisternde Stadt in der tropischen Karibik. Das ist Santo Domingo niemals. Wenn Du eine wirklich schöne Stadt sehen möchtest, dann solltest Du Aruba oder Curaçao auf den niederländischen Antillen besuchen.

Allerdings hat auch die Dominikanische Republik das eine oder andere Schmuckstück zu präsentieren. Ich empfehle immer gerne einen Besuch der Stadt Puerto Plata.



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