Gefangen im Paradies: Tag 12 in Santo Domingo mit dem Coronavirus

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Es ist nun Tag 12, seitdem in der Dominikanischen Republik verschärfte Maßnahmen in Kraft getreten sind. Das Coronavirus soll gemeinschaftlich bekämpft, eingedämmt und eine Ausbreitung minimiert werden. Zu meiner Überraschung sind die Maßnahmen einerseits äußerst strenger Natur und werden andererseits auch ziemlich konsequent durchgesetzt und verfolgt.

Auch die Dominikanische Regierung hat viel zu spät auf die weltweite Entwicklung des Coronavirus reagiert und lieber erst die Kommunalwahlen abgewartet. Im Vergleich jedoch zu vielen anderen Regierungen auf der ganzen Welt setzt die Dominikanische Republik äußerst autoritär die Dinge um.

Wenn also irgendwer nach der nächtlichen Ausgangssperre erwischt wird, der wandert sofort in den Knast. Hier werden tatsächlich Nägel mit Köpfen gemacht und die Leute rigoros festgenommen und bestraft. Das folgende Bild erreichte mich per WhatsApp und beschreibt jene Leute, die gegen diese strengen Auflagen verstoßen haben:



Hier wird im Gegensatz zum schlappen Laissez-Faire Führungsstil einiger europäischer Länder direkt einkassiert und abtransportiert. Übrigens: Die nächtliche Ausgangssperre galt anfangs von 20 – 6 Uhr. Wurde dann aber zeitlich ausgeweitet auf 17 – 6 Uhr. Also noch weniger freie Zeit, die man draußen verbringen kann.

Ich bin aber mal ein bisschen umhergewandert, um ein paar Besorgungen zu erledigen und die Lage zu checken. Lebe ich bloß in einer gut bewachten und beruhigten Zone? Wie sieht es in anderen Teilen von Santo Domingo aus?



Das ist eine der absolut schlimmsten Verkehrsknotenpunkte in Santo Domingo. Wer das Glück hat, in dem Sektor rund um die wichtige Hauptstraße ‘Avenida Maximo Gomez’ arbeiten zu dürfen, der würde aus dem Staunen dieser Tage nicht mehr raus kommen. Dort sieht es für gewöhnlich nämlich wiefolgt aus:



Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass sich der fürchterlich verstopfte Verkehr von Santo Domingo irgendwann mal entlasten und beruhigen lässt. Es brauchte lediglich eine globale Pandemie, um normale Verkehrszustände in Santo Domingo herzustellen.

Klasse aber auch, was ich letztens wieder vom Balkon aus filmen durfte:



Herrjeh, da wurden wir armen Bürger durch lärmende Lautsprecherdurchsagen des Bürgermeisters freundlicher Stimme erneut daran erinnert, doch lieber daheim zu bleiben. Was ich natürlich getan habe, denn sonst hätte ich dieses Video gar nicht aufzeichnen können.

Die Autos fuhren über Stunden durch meinen Bezirk und schallten nur so vor sich hin, sodass man sein eigenes Wort in der Wohnung gar nicht verstehen konnte. Anhand der fehlenden rebellischen Massen an Menschen auf den hiesigen Straßen wirkt diese Maßnahme aber eher wie ‘mit Kanonen auf Spatzen schießen’.

Egal, insgesamt erweisen sich die Dominikaner als überraschend kooperativ und folgsam. Wie schaut es denn rund um die Supermärkte und der Beschaffung von Nachschub aus?

Nächste Seite: Wie schwer es mittlerweile ist, in den Supermarkt zu gelangen

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