Gefangen im Paradies: Tag 12 in Santo Domingo mit dem Coronavirus

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Und wie schaut es im Supermarkt aus?

Na gut. In den sauren Apfel beißen und akzeptieren. Nachdem ich dann also mehr als eine Stunde warten durfte/musste, wurde mir dann endlich Einlass gewährt. Mich erinnerte das ganze an längst vergangene Disco-Zeiten, in denen es den Türsteher zu überwinden galt um den Schuppen zu betreten.

Nur, dass statt feiner Schuhe diesmal eine Atemschutzmaske der Dresscode ist und in der prallen Sonne gewartet wurde anstatt in der nächtlichen Dunkelheit. Aber es gilt, sich den momentanen Gegebenheiten anzupassen. Nur das Charmäleon überlebt, wenn es sich in der richtigen Farbe tarnt.

Im Supermarkt selbst stöberten dann nur circa 50 Kunden statt der üblichen vierfachen Menge durch die Regale, während die restliche Meute draußen warten musste. Ein paar Regale waren dann zwar leer, aber von einer Knappheit noch meilenweit entfernt. Für Nachschub ist also gesorgt!

Wirklich schändlich war dann aber diese typische Supermarkt-Musik, die einem stets fröhlich aufgelegten und ausgeglichenen Menschen wie mir sofort die gute Stimmung vermieste:



Wie ich diese Coverversionen und das pausenlose Saxophon- und Flötengedudel von irgendwelchen Pop-Klassikern hasse… Irgendwas muss zwar ein Supermarkt zur Belustigung der Gäste spielen, aber diese Heile-Welt-Musik war die eigentliche psychologische Strafe und kam einer gnadenlos absurden Folter gleich.

Während draußen also die Leute gestresst ob der Situation auf den Einlass warten, gaukelt diese Musik nach Betreten des Supermarktes absurderweise jedem Kunden vor, als wäre alles wie immer und als würde es draußen keine Probleme geben. Da hätte ich glatt noch eine weitere Stunde draußen ausgeharrt, wenn mir dafür im Gegenzug ‘My Way’ von Frank Sinatra auf der Panflöte erspart worden wäre!

Interessant aber auch, wie sich der ohnehin schon enge City-Supermarkt nun also noch zusätzlich den limitierten Platz raubt:



Die Linien auf dem Boden sollen die Kunden voneinander abhalten, zu nah in Kontakt zu geraten. Auch soll nur ein Kunde an der Kasse sein. Das Kassenband ist aber ohnehin viel zu kurz und misst nur die Länge eines Einkaufswagens. Also gar keine Möglichkeit, zur Annäherung an Wildfremde. Selbst, wenn ich es wollte.

Nun, ich war natürlich bereits durch die letzten Einkäufe vor der sich zuspitzenden Lage bestens mit widerwärtigem Dosenfraß und allerlei langlebigem Magenfüllmaterial ausgerüstet. Aber auch der Kühlschrank eines notorischen Vielfraß leert sich irgendwann und verlangt, wieder aufgefüllt zu werden. Insbesondere Früchte, Gemüse und Kräuter gilt es, frisch zu kaufen und nicht einzufrieren.

Schaun mer mal, wie sich die Lage in der Dominikanischen Republik weiterhin entwickeln wird. Momentan (Stand 30. März 2020) werden folgende Zahlen gemeldet:


Coronavirus in the Dominican Republic (March 30)
Zahlen von worldometer.com

Also circa 900 Fälle innerhalb eines Monates. 30 pro Tag. Nicht viel, aber auch nicht wenig. Leider ist die Dunkelziffer in der Dominikanischen Republik viel höher als die offiziell gemeldeten Zahlen.

Die strengen und drastischen Maßnahmen der dominikanischen Regierung scheinen aber dennoch irgendwo ihre Wirkung zu zeigen. Denn sonst wären die Zahlen deutlich besorgniserregender.

Wir dürfen also gespannt sein, wie sich die Zahlen und die gesamte Situation hier auf der paradiesischen Insel und der ältesten Stadt auf dem amerikanischen Kontinent weiterentwickelt. Ich werde ab und an meine Leserschaft mit den neuesten ‘News’ versorgen.


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