Pozuzo in Peru – Wenn die Alpen auf die Anden treffen

EIN BEZAUBERNDER WANDERWEG MIT EINIGEN KURIOSEN HINDERNISSEN

Um ein bisschen die Umgebung kennen zu lernen, ging ich mit Pierina auf Wanderung in das Umland von Pozuzo. Das lokale Tourismusbüro, das als Holzhütte ebenfalls auf dem idyllischen Rathausplatz gelegen ist, empfahl uns, einer Route durch die Wälder zu folgen, bei der man an einem weiteren historischen Museum ankommt. So etwas lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen und schon waren die Schuhe geschnürt und der Wanderlust gefrönt.

Der Start der Wandertour war die Hängebrücke „Puente Emperador Guillermo I“, die im Jahre 1877 konstruiert wurde. Keine Sorge: Falls Sie beim TÜV arbeiten, darf ich Sie sofort beruhigen. Die Hängebrücke wurde  116 Jahre nach ihrer Fertigstellung im Jahre 1993 rekonstruiert. Obwohl die Hängebrücke nur für maximal 5 Personen zum gleichzeitigen Betreten bestimmt ist, habe ich meine eigene TÜV-Prüfung vorgenommen und die Gerätschaft den ein oder anderen Stresstest ausgesetzt:



Da nun also sicher war, dass nichts Schlimmes mehr passieren konnte, eignete sich die Brücke als willkommenes Fotoobjekt zum Posieren:



Weiter ging es auf dem schönen Wanderweg, der die ein oder andere naturgegebene Schwierigkeitsschikane bereit hielt. So rammte ich mir beispielsweise den Schädel an einem zu flach hängenden Ast. Eine weitere Schikane war hingegen tierischer Natur.


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Auf dem Weg zum zuvor bereits beschriebenen Museum gab es eine Abzweigung, die zu einer Kapelle und einem Aussichtspunkt führte. Dieser Trampelpfad war an vielen Stellen mit riesigen Kothaufen gesäumt und man musste sich teils aufmerksam in Acht nehmen, dass man dort nicht hereinspazierte:


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Dies glückte mir zwar und meine Schuhe blieben kotfrei. Nicht auszudenken, wenn sich das schöne Gelb meiner Schuhe in matschiges Braun verwandelt hätte. Allerdings war der Weg zur Kapelle/Aussichtspunkt leider vom Produzenten und Vertreiber der Scheiße blockiert. Vier aufmerksame Zuchtbullen sonnten sich liegend auf dem Pfad und versperrten den Weg zum Gatter, der weiterhin zur Kapelle geführt hätte. Als wäre das nicht schon bedrohlich genug, raffte sich der hellbraune Bulle auch noch aus seiner bequemen Feierabendposition unter der Sonne auf:


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Nachdem ich (auf Spanisch) mit Engelszungen auf das wilde Vieh einredete, dass ich nur in friedlicher Absicht gekommen sei, gelang es mir zwar, an Exemplar Nummer Eins an der linken Seite vorbeizuschleichen.



Jedoch stand nach der Überwindung des ersten tierischen Hindernis sofort der schwarze Bulle auf. Dieser war nicht so leicht zu überlisten und zeigte mir mit seiner ganzen Flanke, wer Herr im Hause ist:


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Die Genitalgröße ist beeindruckend. Um keinen Streit mit den wütenden Zuchtbullen vorm Zaun zu brechen, kehrte ich lieber um und verzichtete auf den Besuch in der Kapelle. Sehr schade eigentlich, aber das Risiko aufgespießt zu werden war es mir nicht wert.

Die Bewanderung des Trampelpfades dauerte länger als gedacht, dennoch gab es noch einige tolle Dinge zu sehen und zu erleben. Wie beispielsweise den Genuss von frischem Quellwasser:



Oder aber die Schmetterlinge zu beobachten…


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…oder andere wunderschöne Rieseninsekt:


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Aber nicht nur Insekten gab es auf dem Pfad zu entdecken. Nein, wir entdeckten ebenfalls eine riesengroße aus Holz gezimmerte Waldhütte:


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Auch hier sah ich wieder eine schöne Wassermühle, die jedem Besucher das Herz höher schlagen lässt:



Der Bewohner dieses forstlichen Anwesens hieß Roland, von dem ich allerdings keine Fotoaufnahme machte. Er war sehr freundlich und gestattete uns, einige Zeit auf seinem Gut zu verweilen. Und das taten wir auch, weil Roland zwei tollkühne Welpen hatte, die die Welt erkunden und die ganze Zeit spielen wollten:



Egal, in welche Richtung ich mich bewegte, die beiden Hundis folgten mir auf Schritt und Tritt. Nun dachte ich mir, drehe ich mal den Spieß um und verfolge sie beide:



Es war einfach nur ein toller Moment mit den beiden jungen Hunden. Dennoch wollte ich aber keine große Zeit verlieren und lies die Hundis Hundis sein. Es galt schließlich noch, ein Museum zu besuchen.

DAS MUSEUM EGG VOGT BIETET AUTHENTISCHE EINBLICKE IN DAS LEBEN DER ERSTEN SIEDLER

Schließlich erreichten wir das Museum Egg Vogt.



Der Museumsleiter Helmut Antonio Egg Vogt empfing uns barfuß und in einer völlig entspannten und freundlichen Art und Weise:


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Entweder Helmut ist von Natur aus gerne redselig, oder aber es kommen grundsätzlich nicht viele Besucher in der Nebensaison zum Quatschen vorbei. Mit stolz geschwellter Brust erzählte er mir von den Strapazen seiner Vorfahren und wie diese sich schließlich mithilfe von allerlei schwerem Handwerksgerät den Weg durch die subtropischen Wälder bahnten. Obschon Helmut über einen urdeutschen Vor- und Nachnamen verfügt, so spricht er leider kein Deutsch, sondern nur Castellano.

Er hat sich lediglich die deutschen Vokabeln der Handwerksgeräte gemerkt, für die es keine adäquate Übersetzung in seine Muttersprache gab. So kennt er zwar Wörter wie „Spätzle“, „Sichel“ und „Sense“, konnte aber leider keine ganze Konversation mit mir auf Deutsch führen. Für 3 Soles (0.75€) redete er aber knapp eine 3/4-Stunde ununterbrochen wie ein Wasserfall und vermittelte mir mit einem stolzen und selbstbewussten Eindruck jedes einzelne Ausstellungsstück persönlich.



Ebenfalls hält Helmut einen liebesbedürftigen deutschen Schäferhund namens Jack:


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Jack jaulte fast ununterbrochen, weil er sich so über unseren Besuch gefreut hatte und verlangte fast pausenlos Streicheleinheiten, ohne aber ein einziges Mal zu bellen. Sehr gut erzogen also und ein toller Hund ganz nebenbei. Die beiden kleinen Baby-Katzen müssen sich jedoch erst an seine wilde und liebenswürdige Art und Weise gewöhnen. Rein instinktiv gehen sie mit einem Buckel in den Defensivmodus, sofern sich der Hund ihnen nähert. Völlig unverständlich, denn der will doch nur spielen!



Zum Abschied kaufte ich noch eine seiner selbst hergestellten „Cremolada de Cocona“.


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Cremolada ist eine eisige Erfrischung ähnlich eines Speiseeises, jedoch nicht auf Milchbasis. So löscht es besser den Durst bei heißen Temperaturen. Cocona ist eine für die Region typische Frucht und schmeckte wie viele andere Früchte exotisch.

Nächste Seite: Die Natur rund um Pozuzo

1 comment

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