Das Coronavirus in der Dominikanischen Republik – Fakten, Statistiken, mögliche Effekte und realistische Szenarien

Ungefähre Lesezeit: 15 Minuten

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Ich bin kein Journalist und kein Virologe. Weder Mediziner, noch selber betroffen oder wirklich sattelfest informiert in Bezug auf das Corona-Virus. Was ich weiß, ist selbstverständlich nicht mehr als nur das, was andere über die aktuelle Situation wissen. Aber ich möchte ein wenig über das tägliche Leben in Santo Domingo und der Dominikanischen Republik berichten. Vielleicht interessieren sich die Leute dafür, wie die Dinge hier laufen und wie das beliebte Urlaubsziel in der Karibik mit einer solchen Situation umgeht.

Aber zuerst möchte ich China, seiner Regierung und seiner Bevölkerung für die jüngste Entwicklung danken. Sie haben das alles aufgrund Ihrer miserablen Ess- und Hygienegewohnheiten möglich gemacht. Alle unsere Leben sind potenziell betroffen und theoretisch in Gefahr, weil die Chinesen diese seltsame Art von Tier gerne verspeist und für medizinische Zwecke haben:


Did you ever heard before of a Pangoline ?!

Welche bescheuerten und perfiden Gourmet-und-Hexendoktor-Phantasien Sie auch immer für sich selbst stillen wollten: Es dreht ja jeder dadurch ziemlich durch und die Freiheit weltweit ist oder wird schrittweise eingeschränkt. Es gibt kein internationales Gericht, das China oder Chinesen für all das verantwortlich macht. Wie kann man China dafür verklagen und bestrafen?

Ich hoffe, dass die Menschen auf der ganzen Welt vielleicht minderwertige Made-in-China-Produkte zumindest für ein paar Wochen boykottieren, um zumindest ein wenig Gegenreaktion zu erzeugen und Karma zu erzwingen. Das ist damals auch beim Boykott des britischen Rindfleisches während der BSE-Vorkommnisse geschehen. Ein schwacher Trost, aber ansonsten sind keine unmittelbaren und internationalen Strafen möglich. Und ich kann auch ein paar Monate hervorragend überleben, ohne irgendwelchen neuen und nutzlosen Plastikschrott aus China zu kaufen.

Wie Dominikaner mit Problemen umgehen

Eine viel interessantere Frage war für mich, OB die Bevölkerung in der Dominikanischen Republik etwas unternimmt. Die Mentalität der Menschen auf der Karibikinsel ist eher gelassen und etwas träge. Wahrscheinlich lässt es sich am besten so beschreiben:

“Was interessieren mich die Probleme anderer Menschen? Mir geht es prima und ich habe keine Probleme. Ich genieße mein Leben und habe keine Sorgen, solange ich ausreichend versorgt bin und genügend zu essen und zu trinken habe. Gracias a Dios!

Dominikanische Lebenseinstellung

Ein gutes Beispiel wäre natürlich folgendes Video:


Ein schlafender Mann in seinem Auto mit laufendem Motor zur Kühlung der Klimaanlage

Diese nachlässige und vielleicht ignorante Haltung gegenüber anderen (und letztlich auch sich selbst) wird natürlich in extremen Situationen auf die Probe gestellt. Situationen werden für einen Menschen extrem, wenn sie außergewöhnlich und unvorhergesehen sind und wenn es keine Erfahrungswerte gibt, von denen profitiert werden kann. Noch komplizierter und heikler ist es, wenn diese extremen Situationen zu einem kollektiven Problem werden.

Die Dominikanische Republik hat jedoch tatsächlich ziemlich viel Glück, wenn es um Extremsituationen oder Naturkatastrophen geht. Das große Erdbeben war 2011 im benachbarten Haiti und betraf die Dominikanische Republik nur in geringfügigen Fällen. Alle Arten von karibischen Tornados treffen regelmäßig andere Länder. Das größte Land der Karibik ist politisch relativ stabil und es gibt keine Versorgungsengpässe, da die landwirtschaftlichen Bedingungen des Landes eine reiche Vielfalt an Nahrungsmitteln ermöglichen. Zumindest ist das meine eigene Wahrnehmung.

Gracias a dios!

Die Dominikanische Republik ist eher ein Nachzügler in ihrer Entscheidungsfindung

Aufgrund der geografischen und historischen Lage ist die Dominikanische Republik ein idealer Ort für den Tourismus und fungiert als Verbindungsanker und Drehkreuz in Lateinamerika. Santo Domingo (wo ich momentan lebe) gilt als wichtiger Luftverkehrsknotenpunkt auf dem amerikanischen Kontinent und verfügt über zwei internationale Flughäfen.


Santo Domingo ist buchstäblich ein Luftdrehkreuz in Lateinamerika

Und das größte Land der Karibik ist natürlich bestens vernetzt mit vielen anderen Ländern. Selbstverständlich. Schließlich ist es die perfekte Urlaubsregion und es gibt viele Reisende, die ihren karibischen Urlaubstraum einmal im Leben dort realisieren möchten.

Auf der anderen Seite hat das natürlich eine sehr hohe Abhängighkeit von anderen Ländern bewirkt. Die Dominikanische Republik wartet eher auf ein Signal und eine Reaktion des Kunden, bevor sie selbst irgendwie tätig wird.

Dieses verspätete Verhalten eines Nachzüglers lähmt und verlangsamt das Land in vielen Dingen. Natürlich nicht zu verschweigen, dass es ein permanentes Problem mit Korruption gibt. Laut World Corruption Index 2019 rangiert die Dominikanische Republik auf Platz 137 von 180 Ländern weltweit. Das ist ziemlich mies.

Politik und Bigotterie sind wichtiger als kollektive Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung

Alle diese Gründe spiegeln die Situation beim Umgang mit dem Coronavirus gut wider. Ineffiziente und korrupte Politiker wissen natürlich nicht wirklich, was sie in diesem Fall tun sollen. In dieser Notsituation ist es natürlich schwierig, einen Plan B zu haben, wenn Sie nicht einmal einen Plan A unfallfrei ausüben können.

Aber die Dominikanische Republik ist im Vergleich zu vielen anderen Ländern weltweit und in Lateinamerika extrem langsam und zögert, um Maßnahmen zu ergreifen. Andere Länder schließen Verkehrssysteme, sperren einige soziale Strukturen oder empfehlen sogar, soziale Aktivitäten überhaupt einzuschränken. Die Dominikanische Republik hat bisher nichts unternommen.

Warum nicht?

2020 ist ein extrem wichtiges und wegweisendes Jahr für die Dominikanische Republik. Es sind nämlich mal wieder Wahlen. Am 17. Mai finden zum Beispiel die Hauptwahlen des Landes statt. Aus diesem Grund ist es aus Sicht der amtierenden Führer der Dominikanischen Republik sehr praktisch, die Bevölkerung ruhig und kontrolliert zu halten.

In Zeiten dieser oben genannten Extremsituationen zeigen die dominikanischen Politiker einen Mangel an Entscheidungsfindung oder gar Kommunikation. Es wäre tatsächlich der perfekte Moment, um Charakter und Profil für die bevorstehenden Abstimmungen zu zeigen. Immerhin wäre es doch eine super Sache, genau dann das richtige zu tun, wenn es endlich um etwas wichtiges geht und davon auch noch an der nächsten Wahlurne zu profitieren. Es scheint mir jedoch, dass sie mehr Angst haben, etwas falsch zu machen, als eine klare Aussage zu tätigen. Die Dominikanische Bevölkerung ist relativ schlecht informiert und vorbereitet auf all das, was noch kommen wird.

Es sind aber nicht bloß die Präsidentschaftswahlen in der Dominikanischen Republik. Alle regionalen Wahlen hätten eigentlich am 16. Februar 2020 stattfinden sollen, wurden aber durch einen unfassbar lächerlichen und peinlichen Fehler im automatisierten Wahlsystem auf den 15. März verlegt.

Das ist genau heute! Millionen von Dominikanern werden sich also auf den Weg machen, um ihre Stimme für die Kommunalwahlen abzugeben. Eine ziemlich ungünstige und delikate Situation. Diese Wahlen nun aufgrund des Coronavirus erneut zu verschieben würde nur noch mehr Unruhe und Proteste in der Bevölkerung auslösen.

Und nach dieser laaaaaaangen Einleitung möchte ich mich nun endlich auf das Hauptthema dieses Artikels stürzen. Dem Coronavirus.

Nächste Seite: Fakten über das Coronavirus in der Dominikanischen Republik

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