5 Gründe, warum Du NICHT in der Zona Colonial von Santo Domingo leben solltest (April 2021 UPDATE)

5 reasons to live/leave this city, Dominican Republic, English
Advertisements

1.

Alle Einheimischen werden Dich als Tourist verdächtigen

Erinnerst du dich an den letzten Grund meines vorherigen Artikels, warum sich das Leben in der Zona Colonial für Auswanderer sehr lohnt? Kurz gesagt, ich schrieb über eine “größere Toleranz gegenüber Minderheiten in der Kolonialzone“. Mach, wie es dir gefällt. Nicht wie du sollst. Das ist alles richtig, aber wie könnte sich das jetzt in einen Nachteil wenden?


Ein kleiner Spaziergang am frühen Morgen, als die belebteste Straße in der Kolonialzone noch leer war. Dies wurde im April 2020 aufgezeichnet. Daher handelt es sich nicht um einen regulären Tag in der Calle El Conde, an dem normalerweise täglich Zehntausende Menschen häufig sind.

Obwohl wir alle gemäß dem letzten Kapitel möglicherweise etwas mehr als in anderen Stadtvierteln toleriert werden, hat dies auch einen Nachteil. Es ist ziemlich schwierig, von den Dominikanern als gleichwertiger Bürger mit ständigem Wohnsitz akzeptiert zu werden. Egal, ob Du einer dieser oben genannten außergewöhnlichen Charaktere bist oder ein standardisierter Normalo: Dominikaner werden dies auf den ersten Blick erkennen. Noch viel eher, als dass sie Deinen fremden Akzent erkennen würden.

Es kann Dein äußeres Erscheinungsbild, Deine Haar- oder Hautfarbe, Dein Modestil, Deine Art Dich fortzubewegen, Deine Gehgeschwindigkeit oder irgendetwas anderes sein. Aber Dominikaner haben ein geschultes Auge dafür und können Dich sehr leicht als Fremden demaskieren. Schließlich bist Du kein gewöhnlicher dominikanischer Bürger und verhältst Dich auch nicht so. Höchstwahrscheinlich sieht Du einfach nur in ihren Augen aus wie ein dahergelaufener Tourist aus dem Ausland


Rastafari in Santo Domingo
Ein relaxter Rastafari – Und mein persönliches Bart-Idol.

Und es gibt natürlich mehr Gründe, warum Du einer dieser ausländischen Touristen sein könntesn anstatt nur ein Auswanderer, der nach Santo Domingo gezogen ist. Wann immer ich von meiner persönlichen Geschichte und die Beweggründe für meinen Aufenthalt in der Dominikanischen Republik erzählt hatte, so konnten die Dominikaner es beim besten Willen nicht nachvollziehen, wieso jemand tatsächlich nach Santo Domingo und in die Zona Colonial ziehen würde. Schließlich ist in ihren Augen so ziemlich alles besser dort als in der Dominikanischen Republik.

In der Kolonialzone gibt es Hunderte, sogar Tausende von Touristen, die die Stadt für 1 oder 2 Tage entdecken möchten. Zusätzlich kommen eintägige Besucher von Kreuzfahrtschiffen für ein paar Stunden jeden Tag mal vorbeigeschippert. Die Chancen, dass Du kein ordinärer Tourist bist, sind äußerst gering. Du wirst automatisch als Tourist eingestuft.

Welche Nachteile das zur Folge hat, sollte eigentlich sonnenklar sein:

  • Wenn es in der Zona Colonial bei den Straßenhändlern und in den wenigen Geschäften keine Preisschilder gibt, so löhnst Du eine unsichtbare Gebühr für reguläre Produkte und Dienstleistungen
  • Bettler, Schuhputzer usw. nähern sich Dir häufiger und direkter mit teils hartnäckigen und unverschämten Versuchen, ein paar Pesos abzustauben
  • An jeder Ecke möchte Dir ein selbsternannter Reiseführer die Stadt zu Freundschaftstarifen zeigen
  • Bordsteinschwalben, Chapeadoras und lästige Don Juans versuchen stetig, Dich auf sehr direkte und unangenehme Weise zu becircen

In meinem Fall hatte ich einige schwere Zeiten zu durchleben in der Kolonialzone. Besonders auf den stark frequentierten Plätzen, wo viel Trubel und Menschenmassen einhergehen. Manchmal saß ich nach der Arbeit oder am Wochenende nur mit einer Zeitung, meinem Handy oder einem Eis auf einer Bank. Nichts tun, als sich zu entspannen und Musik zu hören. Nur in seltenen Fällen konnte ich auch alleine bleiben und mich entspannen.


Santo Domingo Pop 2020
Selfie time!

Es gibt immer jemanden, der etwas von dir will. Geld, Aufmerksamkeit, eine Zigarette, Gesellschaft etc. oder bietet Dir wiederum Produkte, Dienstleistungen, Drogen, Gesellschaft, etc. an. Es ist ziemlich einfach, als Auswanderer in der Zona Colonial (oder der gesamten Dominikanischen Republik) angequatscht und kontaktiert zu werden. Kommt auf Deine eigene Sicht an, ob du das als gut oder schlecht einstufst. Egal, wie lange Du in der historischen Altstadt von Santo Domingo leben wirst, Du wirst einige Schwierigkeiten haben, den Status als Tourist abzulegen. Ein friedlicher Bürger werden, der sich gerne auf einer Bank entspannt und Eis isst, war für mich ein unmögliches Unterfangen.

Es ist unnötig zu erwähnen, dass Du natürlich in anderen Stadtteilen mit weniger Touristen ebenfalls gecheckt und analysiert wirst. Aber die Dominikaner dort würden Dich eher weniger ansprechen als in der Zona Colonial. Zumindest war das meine Beobachtung aus meinen eigenen Erfahrungen.

Du wirst immer der Gringo bleiben. Komme, was wolle.

Nächste Seite: Hohe Mieten und Lebenshaltungskosten

One thought on “5 Gründe, warum Du NICHT in der Zona Colonial von Santo Domingo leben solltest (April 2021 UPDATE)

Leave a Reply