Ein Road Trip zwischen den beiden höchsten Bergen der Dominikanischen Republik

Dominican Republic, German, Insider Report

Es wurde nach all der Theorie ĂŒber den Verkehr und die StraßenverhĂ€ltnisse in der Dominikanischen Republik endlich mal wieder Zeit fĂŒr einen halsbrecherisches Abenteuer in den Bergen. Ich war unterwegs auf einer kĂ€rglichen Route zwischen Constanza und Padre Las Casas. Ein Road Trip zwischen den beiden höchsten Bergen der Dominikanischen Republik. Es war eine wahre Herausforderung, aber die wunderschönen Landschaften in den Bergen zu sehen waren es einfach wert.

UngefÀhre Lesezeit: 8 Minuten

Warum Du Dich nicht immer auf Google Maps verlassen solltest und wieso vielleicht ein bis zwei StĂŒndchen zusĂ€tzlicher Zeitpuffer wĂ€hrend einer solchen Reise eingeplant werden sollte, erfĂ€hrst Du in diesem Artikel.


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Leseempfehlungen:

Ich habe in den letzten Wochen eine Menge ĂŒber den Verkehr und die StraßenverhĂ€ltnisse in der Dominikanischen Republik geschrieben. Vielleicht helfen Dir diese vier Artikel bei der Urlaubsplanung weiter, wenn Du eine Rundreise in der Dominikanischen Republik planst. Schau mal rein, es geht um die folgenden vier Artikel:


Wie ich mich fĂŒr diese Reise vorbereitet habe

So sehr es Spaß macht, sich ins Auto zu setzen und einfach loszubrettern. Ohne eine detaillierte Planung der Route bist Du ziemlich aufgeschmissen. Speziell bei diesen Fahrten durch das GelĂ€nde und die wilde Natur gibt es das eine oder andere zu beachten und zu planen.

Nicht immer auf Google Maps vertrauen

Was ich besonders lernen durfte wĂ€hrend dieses Trips, ist sich nicht auf Google Maps zu verlassen. Zumindest nicht, was die geschĂ€tzte Reisezeit angeht. In diesem Fall sollten fĂŒr 62 Kilometer mehr als 2,5 Stunden Fahrtzeit geplant werden. Das ist schon verdĂ€chtig langsam fĂŒr so wenige Kilometer. Allerdings geht es rauf auf 1.200 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel und die Strecke fĂŒhrt durch einen Gebirgspass zwischen den beiden höchsten Gebirgen der Dominikanischen Republik.

Die Route brachte mich zwischen Alto de la Bandera und Pico Duarte hindurch.


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Insgesamt dauerte die Fahrt allerdings fast das doppelte der veranschlagten Zeit. NatĂŒrlich ein paar Pinkelpausen und Stopps fĂŒr Fotos mit einberechnet. Aber selbst mit dieser halben Stunde Toleranzabzug in der Zeitberechnung hat sich Google Maps ziemlich verschĂ€tzt. Denn auch das beste Routensystem kann nicht wissen, was fĂŒr komplizierte StreckenverhĂ€ltnisse und enge Haarnadelkurven die Fahrtgeschwindigkeit verlangsamen können.

Rechtzeitig ausrĂŒsten

Unverzichtbar wĂ€hrend der Reise auf dieser Strecke ist Dein Proviant und genĂŒgend Wasser. Ich bin mehrere Stunden unter der heißen Sonne fahren und habe die Klimaanlage im Auto an ihre Grenzen gebracht. Ausreichend FlĂŒssigkeit mitzunehmen und regelmĂ€ĂŸig Wasser wĂ€hrend der Fahrt trinken ist ein absolutes MUSS.

Gleiches gilt fĂŒr Benzin. Das sollst Du natĂŒrlich nicht trinken, aber in ausreichendem Maße in Deinem Tank vorrĂ€tig haben. Am besten ist, noch in Constanza vollzutanken. Damit bist Du auf der sicheren Seite, denn droben in den Bergen gibt es keine Tankstellen mehr. Und das stĂ€ndige Anfahren in den Bergen schluckt eine Menge Sprit.

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Fahrtzeit beachten und Zeitpuffer einbauen

Nun hat sich Google Maps natĂŒrlich bei der Zeitangabe verschĂ€tzt und aus 2,5 Stunden wurden knappe 5 Stunden. Google Maps kann aber nicht wissen, sondern nur schĂ€tzen. Wann immer Du einer vagen SchĂ€tzung folgst, plane in der Dominikanischen Republik mindestens ein StĂŒndchen hintenraus ein. Es kann immer etwas geschehen. Eine Kuhherde kann die Straße blockieren, Du möchtest eventuell mal ein lĂ€ngeres PĂ€uschen machen oder hĂ€ltst alle paar Kilometer mal fĂŒr ein Foto an.

Und in Zeiten von Covid-19 und verhĂ€ngten Ausgangssperren herrscht noch ein zusĂ€tzlicher Druck durch ein eingeschrĂ€nktes Zeitfenster. Du darfst nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit X auf den Straßen sein, bevor die Kontrollen beginnen. Das hat mir insbesondere im Jahr 2020 sehr herausgefordert und die Reiseabenteuer mit dem Auto insbesondere an den Wochenenden sehr eingeschrĂ€nkt.


Carretera Guayabal
Wenn Du in der Dominikanischen Republik offroad fÀhrst, hoffst Du auf keinen Gegenverkehr bei den engen Pfaden.

Viel wichtiger ist aber, bei Einbruch der Dunkelheit schon am gewĂŒnschten Ziel angekommen zu sein. Wenn die Sonne tief steht und sinkt, ist die Fahrt sehr herausfordernd. In den Bergen kommt noch hinzu, dass die LichtverhĂ€ltnisse sich viel frĂŒher verschlechtern und die Strecke schwieriger abzuschĂ€tzen ist.

Wenn es dann dunkel ist, ist allerhöchste Vorsicht geboten. In den Bergen kann die Fahrt bei Einbruch der Dunkelheit lebensgefĂ€hrlich sein. Es gibt nirgendwo eine Straßenbeleuchtung und das Risiko ohne Tageslicht zu fahren möchte ich niemandem anraten. Aus diesem Grunde macht es Sinn, so frĂŒh wie möglich die Berge hinter sich zu lassen und wieder asphaltierte Straßen unter den RĂ€dern zu spĂŒren.

Ein steiniger und unbequemer Weg

Du benötigst fĂŒr den Weg von Constanza nach Padre Las Casas ein fitten Wagen mit frischen Reifen. Auch die Bremsen sollten funktionieren und geprĂŒft worden sein. Es empfiehlt sich fĂŒr eine derartige Piste ein SUV mit Allradantrieb. Oder gleich ein Motocross. Die StraßenverhĂ€ltnisse sind so schlecht, dass gar nicht von einer Straße die Rede sein kann.


Carretera Constanza - Guayabal
Die einzige Straßenverbindung zwischen Constanza und Padre las Casas fĂŒhrt durch die Dominikanische Berge.

Sobald Du Constanza mit dem Wagen in Richtung Berge verlassen hast, hört auch schon der Asphalt auf. Der Weg beginnt, ein Pfad zu werden. Es geht buchstĂ€blich ĂŒber Stock und Stein, teilweise sogar durch fließende BĂ€che. In einer starken Regenperiode ist diese Route unmöglich mit dem Auto zu bestreiten. Das solltest Du Dir vor Antritt der Fahrt noch einmal ins Gewissen rufen.


Besser langsam und vorsichtig fahren. Es sei denn, Du bist neugierig, was Dich hinter der Klippe erwartet.

Viele Stellen sind kaum breit genug fĂŒr ein zweites Auto. Die wenigen LKW, Autos, MotorrĂ€der oder Pferde auf dem Weg mĂŒssen rangieren, damit alle Verkehrsteilnehmer ungefĂ€hrlich passieren können. Es gibt extrem viele Haarnadelkurven und steile Anstiege mit dem fahrbaren Untersatz zu bewĂ€ltigen, die Deine volle Konzentration abverlangen.

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Wunderschöne Berglandschaften in Dominikanischen Republik Bergen sind es wert

Das allererste, was Du beim Verlassen von Constanza siehst, ist allerdings mal wieder zum Haare raufen. Am Ortsausgang von Constanza haben die Dominikaner die BerghĂ€nge gerodet, um eine wilde MĂŒllkippe zu platzieren. Dort entzĂŒndet sich bei den heißen Temperaturen und starkem Sonnenlicht der MĂŒll und qualmt und pestet vor sich hin.



Nachdem Du aber diesen unschönen Teil hinter Dir gelassen hast, wirst Du belohnt. Dich erwartet Natur Pur und wunderschöne Berglandschaften.

Du befindest Dich auf dieser Route zwischen den höchsten BerghĂ€ngen der gesamten Karibik. Wenn Du von den staubigen Schotterpisten einmal absiehst, bist Du umgeben von einer blĂŒhenden Fauna, die Du Dir niemals so grĂŒn hĂ€ttest vorstellen können. An vielen Orten der Dominikanischen Republik wurde die tropische Fauna abgeholzt, um fĂŒr landwirtschaftliche Monokulturen wie AvocadobĂ€ume zu pflanzen. Innerhalb dieses Landstrichs kannst Du noch die Karibik in seiner vollen BlĂŒte betrachten. So sah es ungefĂ€hr mal auf der ganzen Insel aus, bevor die natĂŒrlichen Landschaften ausgebeutet wurden:


Hier siehst Du die Dominikanische Republik aus 1.200 Höhenmetern

Das besondere an diesem Trip war, in ĂŒber 1.000 Metern ĂŒber dem Meeresspiegel zu sein. Völlig abwegig daran zu glauben, dass es sich bei diesen ĂŒppig grĂŒnen Landschaften tatsĂ€chlich um die Karibik handelt. Doch gehört auch dieses kaum zu erwartende landschaftliche Merkmal zu der geographisch vielseitigen Dominikanischen Republik.

Die Berge sind so hoch und die Wolken hĂ€ngen so tief, dass Du sie fast riechen kannst. Und wenn eine riesige Wolke mal ‘nicht hinter’m Berg hĂ€lt’, dann verdunkelt sich schlagartig das gesamte Tal.


Mountains in the Dominican Republic
Und plötzlich wurde es wegen der zu niedrigen Wolken dunkel

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Ich war dennoch froh, als ich diese herausfordernde Strecke in den Bergen hinter mir lassen konnte. So schön die Aussicht auf den Bildern auch war, richtig genießen konnte ich sie kaum.

Zu gefĂ€hrlich war es, den Blick fĂŒr ein paar Momente mal vom Pfad abschweifen zu lassen und gedankenversunken ins Gebirge zu schauen. Einmal kurz nicht aufgepasst kann bei solch einer Wegstrecke saugefĂ€hrlich werden. Deshalb bieten sich lieber viele kleine Pausen an, um ausgiebig Fotos schießen zu können.


Saftig grĂŒne Landschaften und Weiden bestimmen die dominikanischen Anhöhen in der NĂ€he von Guayabal

Apropos gefÀhrlich: Ziemlich gegen Ende der Fahrt durch die Berglandschaft, so ungefÀhr nach 75% des Abschnitts, haben bergab die Bremsen versagt. Ich konnte nur noch den Wagen ausrollen lassen und mit der Handbremse manövrieren, bis das Auto irgendwann mal zum Stillstand gekommen ist.


Irgendwann ĂŒberhitzte die Karre und die Bremsen funktionierten bergab nicht mehr. Beste Lösung: Motorhaube aufmachen und abkĂŒhlen lassen, bevor weitergefahren wird.

Irgendwann liefen die Bremsen heiß und funktionieren nicht mehr. Das geschieht meist bei Fahrten, bei denen es ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum bergab geht. HĂ€ufig in den Kurven bremsen lĂ€sst irgendwann das Eisen glĂŒhen. In dem Falle solltest Du sofort den Wagen versuchen anzuhalten, mit der Handbremse sichern und fĂŒr ein paar Minuten abkĂŒhlen lassen bevor Du weiter fĂ€hrst.

So kannst Du Dir sicherlich vorstellen, dass ich relativ froh bei der Ankunft war. Alles ist gut gegangen und ich bin sicher an mein Ziel gekommen. 5 Stunden intensive Autofahrt bei höchster Konzentration ĂŒber Stock und Stein bei bergab versagenden Bremsen mag nicht jedermanns Sache sein. Ich fand’s klasse!

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